Lebe deine Weiblichkeit! Wie Yin Energie deine Kreativität wachküsst

von Künstler Essenz0 Kommentare

Weiblichkeit? Viele Jahre habe ich dieses Wort lediglich mit meiner Hülle gelebt. Schick blondiert und im Kostüm stand ich in der Bank. Gefangen in einer oberflächlichen Welt. Gefangen in meiner Rolle. Status, Karriere, Besitz und Aussehen delegierten meinen Alltag. „Nie genug! Höher! Schneller! Weiter! Zahlen müssen stimmen!“ – noch heute ertönt die Stimme meines damaligen, wohlgemerkt narzisstischen und cholerischen Chefs in meinem Kopf. Rückblickend war diese Zeit für mich grau, leblos und gefüllt mit zerstörerischen Selbstzweifeln.

Heute weiß ich: Ich hatte die Verbindung zu meiner tiefen Weiblichkeit verloren. Kreativität und Kunst hatten in meinem Leben genauso wenig Platz wie mein Urvertrauen.

Du erkennst dich in den Zeilen wieder? Fragst dich, wie du mehr weibliche Energie leben kannst? Dann erfahre meine Reise der Weiblichkeit. Wie ich Pinselstrich für Pinselstrich wieder mehr Farbe in mein Leben geholt habe. Lerne Rituale kennen, die dich mit deiner Yin Energie verbinden und entdecke das Geheimnis deiner Kunstpower!

Weiblichkeit

 

Was ist eigentlich Yin Energie?

Zu allem, was auf der Welt existiert, gibt es auch ein Gegenteil. Wir leben in einer Welt der Dualität. Groß und klein, schwarz und weiß, gut und schlecht, Liebe und Hass, die Liste ist unendlich. Das Eine kann ohne das Andere nicht existieren. So auch männliche und weibliche Energie. Yin und Yang bilden in diesem Zusammenhang zwei Begriffe der chinesischen Philosophie. Sie sind das Symbol für den Gedanken, dass alles ein Gegenteil besitzt und erst damit ein Ganzes bildet. 

Yin: dunkel, weiblich, kalt, nass, passiv, Nacht, Norden, Wasser, Erde, Mond.

Yang: hell, männlich, warm, trocken, aktiv, Tag, Süden, Feuer, Himmel, Sonne.

Kleiner Tipp an dieser Stelle: In dem Online Malkurs “Mein innerer Garten” erforschst du in mehreren Videolektionen die Welt der Kontraste und lernst, sie in deine Kunstwerke zu integrieren.

Wichtig ist hier das Gleichgewicht. Das Pendel, welches stetig gleichmäßig in Bewegung ist. Stagniert das Pendel zu sehr auf einer Seite, entstehen Konflikte, die sich früher oder später körperlich bemerkbar machen.

Bei mir waren es damals die ersten Anzeichen eines Burnouts. Ständige Überforderung und die Angst Fehler zu machen wuchsen in mir wie Unkraut, welches mich komplett zu vereinnahmen drohte. Aber was kann man auch erwarten, wenn auf den Führungspositionen Menschen sitzen, die einen nach einem 10 Stunden Tag am Abend fragen, ob man wohl jetzt vor habe in die Mittagspause zu gehen. Hier noch einmal mit Nachdruck „Nein, es war mein Feierabend!“

 

In unserer Gesellschaft herrscht eine Yin Störung

NICHTS TUN? Diesen Ausdruck kannte ich damals nicht. Natürlich hatte ich auch Freizeit, bin ausgegangen und habe etwas mit Freunden unternommen. Nur hing die Arbeit wie ein Blutsauger an mir. Mein Geist konnte nicht mehr abschalten. In mir herrschte nur noch das männliche Prinzip. Die Macht des geradlinigen, zielorientierten, konzeptionellen Denkens, welches nicht verbunden ist mit dem Leben selbst. In mir brannte ein Feuer, doch habe ich zu schnell all meine Ressourcen hinein geworfen. Irgendwann war in mir nichts mehr, was hätte brennen können. Empfangen habe ich schon lange nichts mehr. Wir brauchen dieses innere Feuer, doch ohne Substanz, die zu neuer Energie werden kann, brennen wir irgendwann aus. 

 

Die Macht des „Nichts tun“. Endlich erlangte ich Klarheit!

Ich kündigte. Nach zig schlaflosen Nächten und zwei Anläufen habe ich es geschafft. Die Kündigung lag auf dem Tisch und diesmal gab es kein zurück. Schon einmal wollte ich gehen, doch waren die Ängste zu groß. „Was sollte aus mir werden? Wie soll ich die Lücke in meinem Lebenslauf erklären? Wovon sollte ich leben?“ Die Ängste waren beim zweiten Mal nicht kleiner, im Gegenteil, ich wurde von ihnen übermannt. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Leidensdruck doppelt so groß. Zwei Jahre habe ich lieber gelitten, als etwas zu verändern.

Anyway. Das Leben ging weiter. Mein Bankkostüm hatte ich durch eine Kellnerschürze ersetzt und meine Wohnung in ein WG Zimmer eingetauscht. Es reichte ein Teilzeitjob und plötzlich hat sich ein Raum aufgetan, den ich lange nicht mehr kannte. Echte freie Zeit! Da war keine Arbeit mehr, die ich mit nach Hause genommen habe. Kein Chef, der mir noch spät am Abend Nachrichten schrieb. Keine Verantwortung, der ich nicht gerecht werden konnte. Zum ersten Mal nach Jahren kam mein aufgewühlter Geist zur Ruhe. Ich lernte endlich wieder zu empfangen.

 

Lebe deine Weiblichkeit!

Über drei Jahre liegt meine Zeit als Bankangestellte zurück. 

Fakt ist: Umso mehr ich in meine Weiblichkeit gekommen bin, desto bunter und kreativer wurde auch mein Leben. Eigentlich logisch. Wie sollte ich auch ein inspirierendes und kreatives Leben führen können, wenn ich keine Kreativität und Inspiration lebte? Im Kleinen wie im Großen! Das hatte ich immer mehr verstanden.  

Ich durfte lernen, wie wichtig es ist, sich Zeit für sich zu nehmen. Wie wichtig die Zeit für Kreativität ist. Niemals hätte ich damals geglaubt, dass ich mir heute tagsüber vier Stunden Zeit nehme, um zu malen. Zu Malen! Herrschte in mir doch der Glaubenssatz „Malen ist brotlose Kunst. Reine Zeitverschwendung!“ Heute weiß ich: Malen ist die beste Investition in mich selbst. Der Malprozess erdet mich. Aktiviert meine Yin Energie und lässt mich neue kreative Impulse empfangen. Lässt mich neue bunte Farben in mein Leben ziehen. 

Denn Yin Energie bedeutet: Urvertrauen, Empfangen, Erschaffen. Yin schenkt Wurzeln und Halt. Umso mehr wir Dinge tun, die unsere Yin Energie aktiviert, desto mehr werden wir diese Dinge in unser Leben ziehen. Yin bedeutet, das weibliche Prinzip wieder zu beleben, es zu stärken, es anzuwenden. Zurück zum Herzen, zurück zur Liebe und zurück zu uns selbst.

 

Yin Energie

 

Meine Tipps, wie du mehr Weiblichkeit in deinen Alltag integrierst:

 

Nummer 1: Raus in die Natur! Deine Liste ist voller To Dos? Für die Umsetzung brauchst du Muße und Kreativität? Doch da diese nicht auftaucht,  wanderst du geistesgegenwärtig immer wieder zum Kühlschrank und kaust auf deinen Nägeln herum? Zeit für eine „effektive Pause“. Und mit effektiv meine ich nicht, dass du 20 Minuten auf dein Handy rumdrücken sollst. Lass dein Handy daheim und mach einen Spaziergang. In der Natur begegnen wir Mutter Erde und mit ihr dem Wesen des Yin. Es ist bewiesen, dass der Mensch sich in der Natur entspannt (yin) und innerlich zur Ruhe (yin) kommt. 

Nummer 2: Yoga! Ich liebe Yoga. Sobald ich merke, meine Konzentration lässt nach, nehme ich mir 30 Minuten Zeit, um mich nur auf meine Atmung und meine Bewegungen auf der Matte zu konzentrieren. Wirkt Wunder und du öffnest deinen Körper zum Empfangen.

Nummer 3: Meditation & Stille öffnen dein Yin und lassen dich neue Inspiration empfangen. 

Nummer 4: Malen, Malen, Malen! Generell jeglicher kreativer Ausdruck ist ein weiblicher Aspekt der Schöpfung und der Entstehung. Starte am besten mit leichten, kreativen Malübungen, um in den Flow zu kommen.

Nummer 5: Auch die Ernährung kann das Yin stark beeinflussen. So weiß man darum, dass Fleisch, Alkohol, Zucker und Weißmehl das Yin schwächen. Gemüse hingegen stärkt das Yin.

Nummer 6: Handyfreie Zeit! Es bringt nichts, wenn du neue Inspiration in dein Leben ziehen willst, aber nichts empfangen kannst. Nichts tun ist schwerer als jemals zuvor. Schließlich wartet das Handy nur darauf, wieder in deine Hände zu landen. Daher gilt: Flugmodus und zwar so oft es geht. Du musst nicht ständig erreichbar sein. Für mich ist dieser Punkt tatsächlich mit der Schwerste, weil ich oft das Gefühl habe, ich könnte sonst etwas verpassen. Aber wie jeder aufgeführte Punkt hier ist alles ein Prozess. Sei nicht zu streng zu dir.

Nummer 7: Spirituelle Rituale: Sei es ein Frauenkreis oder eine Kakao- oder Mondzeremonie. Solche Rituale verbinden dich mit deiner Yin Energie.

Nummer 8: Mach eine Gewohnheit daraus. Etabliere ein bis zwei Punkte als Morgenroutine oder blockiere dir feste Termine in deinen Kalender, um dich dann kreativ auszutoben. Nimm dir nicht direkt alles auf einmal vor, sondern gib’ dir die Zeit. Denn viel hilft nicht viel, wenn es nur einmal angewandt wird. Such dir noch jetzt einen Punkt aus, welcher in Zukunft in dein Alltag mit einfließen darf. 

 

Zurückblickend war für mich meine Weiblichkeit mehr zu leben, ein absoluter Gamechanger in meinem Leben. Wichtig ist dabei nicht zu vergessen, dass es hier nicht darum geht männliche Energie zu verbannen. Ganz im Gegenteil: eine Verbundenheit mit allem kann nur durch das Gleichgewicht beider Energien entstehen.

Am Ende geht es darum, unser Denken und Fühlen bewusst zu verbinden, und das, was wir tun, mit Liebe tun.

 

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Mein Name ist Franziska, Autorin für den Kunstblog von Wayra Arts. Im Format „Künstler Essenz“ gebe ich dir Einblicke in meinen kreativen Prozess, teile meine Fortschritte und Gedanken über Glaubenssätze, Kreativität und Mindset.

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