Radikale Veränderung: Wie ich mein Leben als Künstlerin neu erfinde

von Inspiration, Über Wayra Arts0 Kommentare

Puh. Mir fällt das schwer. Das zu schreiben. Ich habe lange gezögert, den Text mehrmals gelöscht. Warum? Weil ich manchmal glaube, du könntest denken, ich sei verrückt. Doch tja, ein Gedanke hilft mir: Zu wissen, dass sich dein Leben weiter dreht, wenn du diese Zeilen gelesen hast. Manchmal nehmen wir alles viel zu ernst. Halten uns zurück. Befürchten das andere uns kritisieren oder belächeln. Dabei könnte alles so ultra leicht sein. Und so nehme ich es leicht wie eine Feder und packe meinen Koffer aus. Also, wo soll ich beginnen?

Ah ja, ich hab meine Wohnung gekündigt. Punkt Nummer 1. Alles liegt in Kisten, auch mein Kunstkram. Wir misten aus, verschenken, reduzieren uns. Wohin ich ziehe, willst du wissen? Exzellente Frage.

Ende Juni ziehen wir aus. Und wohin? Ja wohin nur??? 🙂

 

Nun. Nirgendwo hin. Ich hab‘ keine neue Wohnung. Keine neue Komfortzone. Ich bin ab sofort quasi obdachlos. Stille durchdringt den Raum. Ok quatsch, nicht ganz. Ich ziehe in einen Camper! Überraschung!!!

Japp. Genau. Das meinte ich mit „verrückt“.

Experiment einer Künstlerin

Mein Freund und ich wagen ein Abenteuer. Ich nenne es: Experiment einer Künstlerin, die erfahren möchte, wie es ist, von unterwegs zu malen. Ich habe dann ein rollendes Atelier, ab Juli. Nicht viel Platz, aber viel Freiheit. Und viel Inspiration. Viel zum Lernen. Viel zum Falsch machen. Viel zum Lachen. Wir werden keine klassischen Wohnmobiltouristen sein – ich weiß, das behauptet jeder von sich – aber in unserem Fall ist das wirklich anders. Erstmal ist unser neues kleine Zuhause ein mega cooler Offraodwagen (aber dazu irgendwann mal mehr) und zudem werden wir längere Zeit an Orten verweilen, schließlich arbeiten wir von unterwegs, wollen Orte mit allen Sinnen erleben und nicht durchrauschen wie ein ICE. In Frankreich zum Beispiel stehen wir ab Ende Juli bei Freunden, die ein Ökohaus gebaut haben und Permakultur betreiben. Ich sehne mich danach, meine Künstlerhände in die Erde zu stecken und anschließend in Farbe. Ich möchte den Berg der Inspiration erklimmen, weil ich weiß, dass, wenn ich erstmal ganz oben stehe, neue Berge sehen werde. Als Künstlerin liebe ich den Weitblick und das Abenteuer.

Darf ich vorstellen: Unser Offroad-Camper bzw. mein neues Zuhause 😀

 

„Und was passiert mit deinem Atelier in Leipzig?“, fragst du nun ganz entsetzt. Ja vor dieser Frage hab‘ ich mich gefürchtet. Vor den Worten „Wie kannst du nur?!?“ Doch weißt du, Wayra, der Wind war nicht ganz unschuldig. Sie hat das Brettspiel – welches symbolisch für mein Leben steht – mit einer Windböe umgepustet. Sie hat das Brett, die Spielfiguren, die Karten, einfach alles auf den Boden geknallt! Doch beim Aufheben ist mir aufgefallen, dass das Brettspiel eine Rückseite hat! Mit staunenden Augen habe ich begriffen: Das Leben ist multidimensional. Nicht einseitig. Es gibt immer eine neue Seite, etwas, was wir erleben, entdecken, erfahren dürfen. Das Atelier läuft mir nicht davon – im wahrsten Sinne des Wortes. Solange ich nicht da bin, malt und kreiert eine andere Künstlerin darin. So ist das Leben, alles ist im Fluss, im Austausch, im lebendigen Tanz.

Die Peruaner sagen dazu: „Que fluya no más“
Lass es einfach fließen. Dein Leben.

Mutausbrüche gehören zu einem kreativen Leben

Das neue Brettspiel ist ein Spiel, wo ich als Künstlerin auf Reisen gehe. Meine Spielfigur steht auf dem Startfeld und ich halte den Würfel ungeduldig in der Hand. Natürlich kreisen mir Gedanken im Kopf. Sowas wie: „Was ist, wenn mein Freund und ich uns gegenseitig auf die Nüsse gehen?“ oder: „Was ist, wenn ich von unterwegs nicht zum Malen komme?“ oder: „Was ist, wenn uns die Polizei verfolgt, wir gefilzt werden, wir Strafe zahlen müssen, wir falsch parken, einen Unfall verursachen? Ausgeraubt werden? Im Gefängnis landen?“ Ah warte mal! Der erste Zweifel war der meiner Mutter. Und das dritte Horrorszenario kam von meinem Schwiegervater. Nur der zweite Gedanke war originell, entsprang tatsächlich meinem eigenen Kopf. Aber weißt du, woher soll ich wissen, ob die Kunstknospe sich öffnet oder verschlossen bleibt? Ich werde es nur wissen, wenn ich diesen Mutausbruch wage. Punkt.

Das Leben ist ein einziges großes Abenteuer. Und wenn ich in Portugal aus dem Brettspiel geworfen werde wie bei „Mensch Ärger Dich Nicht“, dann sehe ich die Zeit im Wohnwagen als Lebenserfahrung und werde alles dafür tun, mich nicht zu ärgern.

Wenn die Zeit reif ist

Ok, ich habe noch einen letzten Punkt auf meiner Das-wollte-ich-los-werden-Liste: Tief Luft holen! Während wir einen Camper gekauft, Wohnung gekündigt, ausgemistet, Sachen verkauft, Versicherungen abgeschlossen, Gewerbe abgemeldet, Gewerbe neu angemeldet und tausend andere Dinge getan haben, um diesen verrückten Traum zu leben, habe ich nebenbei ein Buch geschrieben. Ein Buch. Ein richtiges Buch! Alles begann mit einer Idee. Das Universum hat gesendet, ich habe empfangen. Und obwohl ich in Vergangenheit schon mehrmals mit dem Schreiben eines Buches gescheitert war (ich kam nie über die erste Seite), ist es diesmal nur so aus mir geflossen. Ich habe gesagt: „Wayra, bitte sag mir, was ich schreiben soll“, und dann, siehe da, habe ich nur noch wie wild getippt. Wenn ich mal umrechne, sind es mehr als 100 Blogartikel, so Pi mal Daumen. Ich sag‘ ja, ein Buch!

Worum geht es in meinem Buch

Jahrelang habe ich die Künstlerin in mir verneint. Mitte Zwanzig glaubte ich, dass ich erst wieder in einem nächsten Leben malen und meine Kunst machen würde. Doch dann reiste ich mit zwei Freunden durch Nordperu und mein Leben veränderte sich für immer: Ich stieß zufällig auf ein Kunstzentrum und verweilte mehrere Monate, weil ich ein Buch schreiben wollte. Doch anstatt das Buch zu schreiben, kehrte ich zurück zu meiner inneren Künstlerin. Der lebendige Dschungel, die Erfahrungen mit Heilpflanzen, Meditation, kreatives Tanzen, das Malen mit Naturpigmenten sowie die Begegnung mit anderen Künstlern haben mich zutiefst inspiriert und mir vor Augen gehalten, wie kostbar dieses Leben ist. In meinem Buch erzähle ich, wie ich gelernt habe, Verletzlichkeit zu zeigen und warum es mega in Ordnung ist, verrückt und anders zu sein. Ich erzähle von der inneren Stimme, reflektiere Glaubenssätze, die mich abhielten, meinen Weg zu gehen und beschreibe Momente, die mir Mut und Selbstvertrauen schenkten. Erfahre, welche Erkenntnisse mir ein Schamane mit auf den Weg gab und lerne meinen Maestro kennen, einen talentierten Amazonaskünstler, der mir sein malerisches Handwerk beibrachte. Am Ende dieses Buches ist klar: Wer auf sein Herz hört und geduldig beobachtet, was sich durch ihn entfalten möchte, wird reicher beschenkt als erwartet. Heute bin ich selbstständige Künstlerin und habe nun doch – sechs Jahre später – mein Buch geschrieben.

 

Ich möchte eine Künstlerin ohne Grenzen im Kopf sein.

 

Nun hast du eine Idee, worum sich mein Buch handelt. Die erste Version ist geschrieben, doch nun fehlt die Überarbeitung von meinem Manuskript sowie die Erstellung von Illustrationen, mit denen ich die Botschaft meines Buches visuell darstellen möchte. Außerdem stellen sich mir die Fragen: Wie verlege ich mein Buch? Über einen Verlag oder im Selfpublishing? In meiner Vorstellung wird mein Buch von einem deutschen Verlag veröffentlicht. Und wenn nicht, dann gehe ich die verdammte Extrameile und verlege dieses Buch selbst. Weil, es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich einen Reiseführer geschrieben und selber verlegt. QUER DURCH PERU heißt das Projekt, welches der Kunst voranging.

In diesem Sinne:

“Shoot for the moon.
Even if you miss,
you’ll land among the stars.”

Ziele nach dem Mond.
Selbst, wenn du ihn verfehlst,
landest du zwischen den Sternen.

Deine Nora!

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Mein Name ist Nora und Wayra Arts ist meine Kunst. Als Malerin, Autorin & kreative Selbstständige schreibe ich auf diesem Blog über Kreativität, Malerei und Mindset-Themen. Außerdem teile ich viele Einblicke in mein Atelier & in mein Leben als Künstlerin.

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