Intuitiv Gesichter zeichnen: 5 Tipps, wie du deinen Stil entwickelst

von | Apr 26, 2022

Kennst du das? Die Hand verkrampft beim Gesichter zeichnen. Das Zeichenpapier hat sich durch das Rubbeln mit dem Radiergummi schon fast in Luft aufgelöst. Du bist kritisch mit dir selbst. Nie gelingt dir ein Gesicht, womit du zufrieden bist. In diesem Artikel möchte ich dir erklären, wie es dir gelingt, auf intuitive und spielerische Art und Weise Gesichter zu zeichnen. Das macht nicht nur Spaß, sondern du erforschst nebenbei deinen persönlichen Stil. Los geht’s!

Gesichter zeichnen sollte leicht sein …

In den letzten Jahren habe ich mir viel Freiraum gegeben, Gesichter zu erforschen, sie aus meiner Vorstellungskraft heraus intuitiv zu zeichnen. Eigentlich sollte es doch das leichteste der Welt sein, ein Gesicht zu zeichnen? Wir sehen Gesichter jeden Tag. Wenn wir in den Spiegel schauen, wenn wir in das Gesicht unserer Eltern, Kinder und Freunde schauen. Wenn wir in der Bahn sitzen oder wenn uns Menschen auf der Straße begegnen. Wir sehen Gesichter sogar in Wolken und Felsen. Oder wenn wir auf dem Klo sitzen, entdecken wir Gesichter am Fußboden, auf den Fliesen.

Gesichter zeichnen

Gesichter sind allgegenwärtig in unserem Leben und gerade weil wir genau wissen, wie Gesichter aussehen, fällt es uns so schwer, sie zu zeichnen. Der innere Kritiker wird laut, wenn die Symmetrie nicht stimmt, wenn ein Auge minimal größer ist als das Andere, wenn die Nase zu lang oder zu kurz ist.

Beim realistischen Zeichnen verkrampft die Hand am meisten. Wir wollen das Gesicht perfekt machen. Nach jedem zweiten Strich geht die Hand zum Radiergummi. Weg damit. Und nochmal. Wir radieren und überzeichnen bis das Papier an seine Grenzen kommt. Irgendwann sind wir frustriert und geben auf.

Doch vielleicht auch nicht. Vielleicht hast du auch schon gute Erfahrung mit dem Zeichnen von realistischen Porträts gemacht, möchtest dich aber gerne davon lösen. Du möchtest, dass deine Zeichnungen und Malereien freier und intuitiver werden. Du wünschst dir mehr Gefühl und mehr Ausdrucksstärke. Du sehnst dich nach deinem eigenen Stil.

Gefühl über Perfektion

Mein Motto beim Gesichter zeichnen ist immer: Gefühl über Perfektion. Gefühl über Realismus. Gefühl über „so muss es sein“. Doch gar nichts muss sein. Es darf leicht sein.

Gesichter zeichnen

Gewinne Übung im Zeichnen von Gesichtern, indem du sie studierst und dich an Vorlagen orientierst, aber löse dich Stück für Stück davon. Schließe die Augen, stelle dir einen Menschen vor, fühle dich ihn diesen Menschen und in sein Gesicht hinein und dann zeichne ganz frei, aus dir heraus.

5 Tipps fürs intuitive Gesichter zeichnen

Tipp Nummer 1: Schau genauer hin
Wie bereits erwähnt: Nimm‘ dein Umfeld genauer wahr. Wenn du in ein Gesicht schaust, studiere es. Welche Merkmale machen das Gesicht besonders? Wo fällt Licht und Schatten? Wie würdest du das Gesicht jetzt zeichnen, wenn du könntest. Und wenn du die Möglichkeit hast, dann zeichne es.

Tipp Nummer 2: Zeichne locker und ohne Radiergummi
Tanze über dein Papier, indem du ganz leicht und locker mit dem Gesichter zeichnen beginnst. Zeichne leichte, sanfte Linien mit dem Bleistift, um erstmal in den Flow zu kommen. Beginne niemals bei den Details, sondern bekomme ein Gefühl für das Große und Ganze. Nimm auch etwas Abstand von deinem Bild, um dich nicht darin zu verlieren.

Tipp Nummer 3: Zeichne gleich mehrere Gesichter
Leg‘ dir direkt eine Gesichterstudie an und zeichne gleich mehrere Gesichter. So kannst du experimentieren, mutig und wild drauf los zeichnen. Du kannst Gesichter aus verschiedenen Perspektiven zeichnen, unterschiedliche Merkmale testen. Wenn du mehrere Gesichter zeichnest, ist der Druck nicht so hoch. Klar, es wird Gesichter geben, die dir nicht gefallen. Aber meistens ist ein Gesicht dabei, wo dir der Ausdruck gefällt und wo ein Gefühl rüberkommt.

Tipp Nummer 4: Orientiere dich an 2 Hilfslinien
Ich arbeite immer mit 2 Hilfslinien. Eine Linien trennt das Gesicht vertikal in zwei Hälften. Die andere liegt auf der Höhe der Augen. Diese Linien helfen dir, dich grob zu orientieren.  Bedenke, dass das Gesicht eine runde Form hat und wie bei einer Kugel neigen sich die Linien, je nach Perspektive. Hier ist es hilfreich, wenn du dir Zeit nimmst, eine realistische Zeichnung von einem Gesicht zu machen. Da findest du genügend Tutorials bei YouTube.

Tipp Nummer 5: Fühl dich in das Gesicht hinein
Vermutlich der wichtigste Tipp ist, dass du fühlst, was du zeichnest. Das gilt eigentlich bei allen Mal- und Zeichenprojekten. Fühle. Wenn du zu verkopft bist, dann nimm‘ dir erst den Moment, die Augen zu schließen. Du möchtest ein trauriges Gesicht malen, dann fühle die Traurigkeit in dir. Was passiert mit deinem Gesicht? Wenn du ein überraschtes Gesicht zeichnen möchtest, dann stell dir vor, jemand würde dir sagen, dass du im Lotto gewonnen hast. Du bist wütend? Fühl die Wut, den Zorn, den Ärger.

Fazit: Gesichter zeichnen darf einfach sein. Nutze die Möglichkeit, einmal ein realistisches Gesicht zu zeichnen. Anleitungen gibt es genug. Doch löse dich auch davon, damit du deine Vorstellungskraft, deine Künstler Essenz zum Ausdruck bringen kannst und nicht das, was in den Lehrbüchern steht. Ich wünsche dir Viel Freude beim Erforschen von Gesichtern, Emotionen und wahrer Ausdrucksstärke.

Nora

Nora

Künstlerin

Mein Name ist Nora und Wayra Arts ist meine Kunst. Als Malerin, Autorin & kreative Selbstständige schreibe ich auf diesem Blog über Kreativität, Malerei und Mindset-Themen. Außerdem teile ich viele Einblicke in mein Atelier & in mein Leben als Künstlerin.

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