Perfektion als kreative Blockade – ein „Aha-Erlebnis“

von Kunstvertrauen0 Kommentare

Du möchtest deine Kunst, einen Text oder auch ein Video von dir teilen? Privat oder öffentlich? Doch ääähm … du fürchtest dich vor Kritik? Du fürchtest dich vor Dislikes und negativen Kommentaren? Ich verstehe dich. Solange du diese Befürchtungen hast, Angst vor Ablehnung und Kritik, wirst du versuchen, perfekt zu sein. Und zwar für alle.

Das Streben nach Perfektion endet immer in einer Sackgasse und führt zu kreativen Blockaden. Perfektion wird dich niemals an dein Ziel führen. Dein Verstand wird dir zwar einreden, dass du dein Ziel irgendwann erreichst und dass alle Welt applaudieren wird, doch du wirst diesen Moment niemals erleben. Jedenfalls nicht, wenn Perfektion dein Lebensberater ist.

An dieser Stelle möchte ich deinem Lebensberater, den du Perfektion nennst, entlarven. Sei dir bewusst, dass, egal wie hart und engagiert du für einen Traum arbeitest, egal, wie viel Mühe du dir gibst und wie viele Opfer du bringst: Du liebes Menschenwesen, wirst es nie-nie-nie-mals allen recht machen können. Sorry für die Enttäuschung. Doch die Enttäuschung ist auch immer ein Ende der Täuschung.

Ich hatte neulich einen dermaßen guten „Aha-Moment“, den ich unbedingt mit dir teilen möchte. Und zwar stöberte ich bei Amazon nach Kinderbüchern, um zu sehen, welche Genre es so gibt. Da stieß ich auf den Kinderbuch-Klassiker „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.

Ich wollte wissen, was die Leute so über das Buch schreiben. Was sie denken, sagen, meinen. Natürlich fand ich sehr viele positive Bewertungen. Doch dann stolperte ich über eine ausführliche 1-Sterne-Bewertung und da laß ich folgendes:

„Das einzige, was wirklich toll war, war das Zitat “Man sieht nur mit dem Herzen gut.” Aber sowas wie der Erzählstil oder die Dialoge, die haben mir überhaupt nicht zugesagt. Platt, ohne Inhalt, langweilig. Genauso wie sie Story. Ich dachte da passiert irgendwie mehr … aber das ganze strotzt nur so vor Langeweile! Der kleine Prinz erzählt nur, was er alles so “Tolles” auf seiner Reise entdeckt. Naja, darüber lässt sich streiten.“ Ein bisschen mehr Spannung und auch Magie – die ich hier sehr, sehr vermisst habe – hätten nicht geschadet.. Ich dachte “Man, der kleine Prinz da auf seinem Planeten und die Sterne und und und!” Aber ne, alles so kalt und gefühllos meiner Meinung nach.“

Bähm.

Krass, oder?

Natürlich ist das eine vollkommen legitime Meinung.
Aber verstehst du, was ich dir damit aufzeigen möchte?

Genau.

Wenn du glaubst, du müsstest erst einen Klassiker schreiben, um perfekt zu sein, dann denke bitte immer an die 1-Sterne-Bewertung vom Kleinen Prinzen. Du wirst nie-nie-niemals perfekt für alle sein. Doch du wirst immer Menschen erreichen, die du mit deiner Arbeit inspirieren oder denen du helfen kannst. Das sind meistens Menschen, die ähnlich ticken wie du. Die gibt es immer. Wir Menschen sind eben nunmal sehr individuell und jeder Mensch sieht die Welt durch eine andere Brille.

Stell dir vor, wie viele Erfindungen, Einfälle, Filme und Bücher würde es heute nicht geben, hätten die Erschaffer auch nur für einen Moment gezweifelt? Erinnere dich an dein tiefes Urvertrauen, an deine Bestimmung, an den Grund, warum du hier bist. An deine Essenz.

Mach dir das Leben nicht so schwer und wirf‘ diesen schleimigen Berater über Board.

Fehler sind erlaubt.
Du darfst aus ihnen lernen.
Und sobald die Menschen sehen, wie mutig du bist und wie du dich entwickelst,
dann wirst du sogar zu einem Vorbild für andere

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