Kreative Blockade überwinden: 7 Tipps für mehr Flow

von Kunstvertrauen1 Kommentar

Der heutige Artikel dreht sich um die kreative Blockade. Lass‘ uns drüber sprechen, denn mal ehrlich: wir alle kennen dieses Gefühl:

Du möchtest malen, doch irgendwie geht gar nichts. Du hast keine Ideen, kein Funke Kreativität sprüht aus dir. Du weißt nicht, wie du startest sollst und plötzlich kippt die Freude in Frustration. Kreative Blockaden gehören zum Schaffensprozess dazu. Jeder Künstler weiß, wie es sich anfühlt, wenn einem der Antrieb fehlt, wenn man sich fühlt, wie der unkreativste Mensch auf dem Planeten. Die Kreativität ist ein Mysterium und es gibt kein Wundermittel für geniale Einfälle. Doch es gibt Möglichkeiten, wie du die Kreativität zu dir einladen kannst. Du kannst lernen, mit dem Flow zu tanzen, anstatt ihm ständig auf die Füße zu latschen.

Ich bin schon auf viele Füße gelatscht. Ich kenne den Frust. Doch genauso kenne ich die Glücksgefühle beim Malen. Das Gefühl, wenn der Pinsel über die Leinwand tanzt, geführt von einer magischen Kraft. In diesem Artikel möchte meine Erfahrungen in Sachen Kreativität mit dir teilen. Diese 7 Tipps sind mir eingefallen, wie es dir gelingt, eine kreative Blockade aufzulösen und mehr kreative Momente in dein Leben zu holen.

Kreative Blockade überwinden

So überwindest du eine kreative Blockade

 

Kreative Blockade auflösen – meine Tipps:

Tipp Nummer 1: Akzeptiere die kreative Blockade
Ich weiß, mein erster Tipp klingt widersprüchlich. Doch das erste, was du versuchen solltest, ist: die kreative Blockade zu akzeptieren. Kämpfe nicht dagegen an, denn Widerstand endet in Frustration und das raubt dir die Lust für künftige Malprojekte. Atme tief ein und aus. Lass‘ deinen Maltisch oder deine Staffelei zurück. Räum‘ eventuell noch kurz auf, damit der nächste Wiedereinstieg ins Malen verlockend ist. Und dann: Verlasse deinen Arbeitsplatz. Nimm‘ Abstand und sag dir selbst „Heute soll’s nicht sein.“ Habe kein schlechtes Gewissen und denke immer daran, dass jeder Mensch, auch bekannte Künstler, mit kreativen Blockaden zu tun haben. Deswegen, mach‘ daraus keinen Elefanten. Heute soll es einfach nicht sein.

Tipp Nummer 2: Denke in „Flow-Momente“
Sobald du die kreative Blockade akzeptiert hast, ist es Zeit, dir zu überlegen, was du stattdessen tun kannst. Damit meine ich nicht, Netflix schauen oder durch Instagram scrollen. Überlege genau, was Körper, Geist und Seele jetzt wirklich brauchen. Es gibt so genannte „Momente des Flows“. Diese Momente und Aktivitäten nähren sich gegenseitig. All‘ diese Momente möchten von dir gelebt werden. Erst, wenn du sie in dein Leben integrierst, wirst du in Balance sein und die Energien können fließen. Du kannst unmöglich von dir erwarten, auf Knopfdruck kreativ zu sein, wenn du nicht im Flow bist. Für mich gehören folgende Momente zum Flow:

Ruhe und Schlaf: Ich habe Zeit meinen Akku neu aufzuladen. Besonders wichtig sind Ruhe-Momente, damit die Achterbahn in meinem Kopf stoppen kann und ich die Inspirationen am Wegesrand wieder wahrnehme. Wann du merkst, dass du mal ne Runde schlafen solltest? Wenn du in den Kühlschrank schaust, obwohl du satt bist, wenn du an deinen Nägeln kaust, wenn du dich mit Kaffee wachhalten musst … genau dann. Leg‘ dich einfach mal für 20 Minuten aufs Ohr. Leg‘ das Handy weg. Weit weg. Mach die Augen zu. Und entspanne. 20 Minuten reichen. Und danach bist du ein anderer Mensch.

Kreative Blockade

Ich verbringe so viel Zeit wie möglich in der Natur

 

Zu meinem Flow-Mix gehören außerdem: Lange Spaziergänge in der Natur, Tanzen, Schwimmen, Freunde und Familie treffen sowie eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Gerade die Ernährung ist nicht zu unterschätzen. Wenn du Energie haben möchtest, dann iss lebendiges Essen. Was für mich lebendiges Essen ist? Für mich ist das viel Vitalkost (bunte Salate, Smoothies, Nüsse, Rohkost-Knäcke, Obst, gesunde Salze und gefiltertes Wasser) und sehr wenig tierische Produkte, selten esse ich Ziegenkäse und Eier, ansonsten habe ich mein Fleisch- und Fischkonsum in den letzten Jahren auf Null reduziert, weil ich merke, dass mir das nicht gut tut und natürlich auch aus ethischen Gründen.

Tipp Nummer 3: Beobachte, wann du besonders kreativ bist (und wann nicht)
In welchen Momenten bist du kreativ? Ich bin besonders kreativ, an windigen Tagen. Wind ist mein Element, deswegen ist WAYRA auch mein Künstlername. Wayra bedeutet Wind auf Quechua. An windstillen Tagen, wenn die Luft drückend ist, bin ich zu nichts zu gebrauchen. Dann liege ich lieber am See. Außerdem liebe ich die frühen Morgenstunden. Da fühlt sich der Tag unverbraucht an, voller neuer Möglichkeiten. Außerdem bin ich mir meinem weiblichen Zyklus bewusst. Ich weiß genau, an welchen Tagen ich mich kreativ und verbunden fühle und wann ich Gesellschaft von anderen Menschen brauche und wann nicht. Ich kenne auch die Tage, wenn ich lieber keinen Pinsel in die Hand nehme, weil zu viel Kali, zu viel zerstörerische Energie in mir steckt. Wie geht es dir? Wenn du weißt, in welchen Momenten du dich besonders kreativ fühlst, dann handle danach und erspare dir unnötigen Frust.

Tipp Nummer 4: Lade die Kreativität zu dir ein
Es soll Menschen geben, die sind besonders kreativ, wenn um ihnen das Chaos tobt. Ich ticke da anders. Chaos führt bei mir direkt zur kreativen Blockade. Und vielleicht auch bei dir. Ich stelle mir den Flow wie ein fliegendes, kreatives Wesen vor, welches zu mir kommt und mich mit Inspiration beschenkt. Doch wie soll sich der Flow im Chaos wohlfühlen? Ich habe schon öfter meine Wohnung und mein Atelier ausgemistet und aufgeräumt, weil ich das Gefühl hatte, dass der Flow Freiraum braucht. Der Flow mag‘ gelüftete Räume, der Flow mag es, wenn er alles im Blick hat, wenn Ordnung da ist. Der Flow liebt frische Blumen und helle Räume. Der Flow mag‘ es auch, wenn ich mich wohl fühle, wenn ich im Reinen mit mir selbst bin. Wenn ich griesgrämig bin, hält der Flow garantiert Abstand von mir. Eine Playlist mit stimmungsvoller Musik und Orangenduft haben schon oft geholfen. Beobachte auch du einmal, wie du die Kreativität zu dir einladen kannst.

Tipp Nummer 5: Kreative Übungen öffnen dir die Tür
In meinem Online Malkurs „Finde deine Künstler Essenz“ startet jeder Tag mit einer kreativen Übungen, die meine Teilnehmer*innen sehr schätzen. Sie haben mir schon öfter Fotos von ihren spontanen Bildern geschickt und das ist der Beweis dafür, dass sich eine kreative Blockade mit Lockerungs-Übungen überwinden lässt. Einerseits lässt du die Farben, deinen Stift oder was auch immer du verwendest, einfach fließen. Ohne Erwartungen, ohne Ziel. Niemand muss deine kreative Übung sehen, du kannst sie später sogar zerreißen. Du lässt dich ein auf den kreativen Prozess und plötzlich tauchen sogar Figuren oder Gesichter in deinen Übungen auf. Auf einmal sprühen die Funken in deinem Kopf, du stellst Verbindungen her, kommst auf neue Bildideen. Oder aber, du bist nach einer kreativen Übung im Flow. Du hast dir bereits deine Ärmel hochgekrempelt, die Alltags-Gedanken sind in weiter Ferne und nun kannst du mit deinem Malprojekt starten.

Kreativübungen bei kreativen Blockaden

Mit Lockerungsübungen kannst du kreative Blockaden überwinden

 

Tipp Nummer 6: Finde deine Begeisterung
Welche Erinnerung hast du an deinen Kunstunterricht in der Schule? Kann es sein, dass dich die Mal-Aufgaben gelangweilt haben? Wie kann es sein, dass 30 Kinder sich für ein Motiv interessieren? Das geht gar nicht! Jedes Kind, jeder Mensch ist individuell. Der eine liebt Landschaften, der andere malt gerne Autos, der andere liebt es, Blumen zu malen, der andere malt gerne surreale Bilder, Traumbilder, Pflanzen, Kinderbuchgeschichten und so weiter und so weiter. Finde heraus, was dich begeistert. Was möchtest DU malen? Bei welchen Motiven schlägt dein Herz höher? Welche Künstler bewunderst du für ihr Werk? Was begeistert dich in deinem Leben? Ist es die Natur? Sind es zwischenmenschliche Begegnungen? Sind es Träume? Sind es Musik, Tanz oder Archäologie? Finde deine Begeisterung. Wenn du Begeisterung spürst, wenn du weißt, warum du malst, dann wird es dir viel leichter fallen. In meinem Online Malkurs dreht sich ein ganzes Modul um die Ideenfindung. Mindset-Audios und ein ausführlicher Fragebogen helfen dir herausfinden, welche Themen dich begeistern.

Tipp Nummer 7: Reite die Welle!
Du hast einen kreativen Moment? Du spürst es, das Kitzeln in deinen Händen, den Flow? Dann reite die Welle. Lass‘ das Handy im Flugmodus. Lass‘ dich nicht stören. Nutze den Moment, denn kreative Momente sind kostbar.

Zum Abschluss möchte ich dir noch mit auf den Weg geben: Jede kreative Blockade ist ein Zeichen. Die Blockade weist dir den Weg. Du musst nur lernen, darauf zu hören und nicht dagegen anzukämpfen, oder dich dafür zu bewerten. Wichtig ist, dass du immer wieder in deine Kraft kommst und weißt, dass die Kreativität immer dann kommt, wenn du am wenigsten mit ihr rechnest.

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Hi, Ich bin Nora! Ich bin selbstständige Künstlerin, Wayra ist mein Künstlername. Das bedeutet so viel wie Wind! An wendigen Tagen fühle ich mich besonders kreativ, ich habe tolle Ideen und ja, Wayra schenkt mir einfach viel Energie und Zeit zum Malen. Und darum soll...

Mein Name ist Nora und Wayra Arts ist meine Kunst. Als Malerin, Autorin & kreative Selbstständige schreibe ich auf diesem Blog über Kreativität, Malerei und Mindset-Themen. Außerdem teile ich viele Einblicke in mein Atelier & in mein Leben als Künstlerin.

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1 Kommentar

  1. Nancy

    Das hast du so schön geschrieben! Vor allem das mit dem Handy weglegen, weit weg, hat mich besonders angesprochen.
    Ich finde es schlimm das wir so sehr von diesem Gerät abhängig gemacht wurden und bin auch dabei step by step den Konsum daran zu reduzieren und es bewusst auch nicht mitzuschleppen wie z.B. ins Schlafzimmer. Das ist ein ganz prägnanter Kreativblocker weil wir uns so schnell im scrollen verlieren. So schnell auch im Vergleich verirren, so dass uns das schon unmotiviert und unkreativ werden lässt. Danke dafür, und für all die anderen wundervollen Tipps. ♥️

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